Moin, hier einmal alle Reviews des Jahres 2025 auf einen Blick ![]()
Weihnachtswichteln 2025
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Hier gleich mal meine Review. Leider etwas zu spät, aber immerhin

1, Cloven Hoof - The Summoning
Ein sehr stabiler Opener! Gelungene Riffs, einzig der Gesang war anfangs etwas ungewohnt. Naja, ich als Black Metaler habs ja in der Regel nicht so mit Clear Vox, aber mit ein paar mal hören ging das schon klar. Ich gebe mal gediegene 8/102, Flotsam and Jetsam - I am the Weapon
Aah, erstmal ne schöne Thrash-Schelle! Sehr schöne Riffs, hab dann Google benutzt und festgestellt, dass die Nummer noch gar nicht so alt ist. Gelungene Überraschung, in die Band werd ich mich wohl bei Gelegenheit mal mehr reinhören, 8/103, Grinder - Dawn for the Living
Und hier sind wir in den späten 80ern gelandet! Mit einem Song von Debut der deutschen Kapelle Grinder, denen leider der große Erfolg verwehrt blieb. Schade, das ist schon grundsolider Thrash, 9/10!
4, Messiah - Centipede Bite
Ist das Thrash oder Death? Egal, das was mir da aus den Boxen entgegengeknüppelt kommt ist angenehmes Futter für meine Lauschlappen. Erinnert mich etwas an Legion of the Damned, wenn auch der Gesang wesentlich gutturaler ist. Sehr schön, die erste 10/10!
5, Ross The Boss - Denied by the Cross
Klassischer US-Powermetal, würde ich sagen. Dass die Band um den ehemaligen Manowar-Gitarristen doch sowas ordentliches rausgehauen hat, wundert mich tatsächlich. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich in dem Genre nicht so drinstecke, daher sei mir meine Ahnungslosigkeit hoffentlich verziehen. 7/10 gibts hier
6, Rezet - Black Convent
Hier ein Song von unseren Crewsade-Headlinern 2025. Sehr stabil produzierter Thrash, leider hab ich die Jungs nicht gesehen, weil ich Dienst hinterm Tresen hatte. Schade, das ist echt gut! 8/10
7, Gravestone - Creating a Monster
Ein sehr ruhiger Anfang, der sich dann in ein entspanntes Riff ergießt. Ich würde das mal als Power Metal deklarieren, da mich der Gesang schon etwas an Hammerfall erinnert (die Riffs sind dafür aber schöner anzuhören
) 7/10 (und nein, einen Puntabzug für das absolut grottige Albumcover gibts nicht!)8, Jag Panzer - Call of the Wild
Bei dem Gerumpel weiß ich jetzt vermutlich, warum auf dem Cover des Mixes "Kill all Posers" stand. Poser finden diese Musik wohl nicht sehr zugänglich und ich muss zugeben, mich haut das jetzt auch nicht wirklich vom Hocker. Lediglich das Ende, als der Song abgewürgt wird, fand ich doch etwas amüsant, aber ich bleibe wohl ein Poser. 5/10
9, Running Wild - Victim of States Power
Ein richtiger Banger, den der rockende Rolf da produziert hat. War nie wirklich ein Fan, was die Deutschen da produzieren, aber tatsächlich kann ich der Nummer etwas abgewinnen, 7/10
10, Motörhead - Deaf Forever
Da fang ich gar nicht groß zum schreiben an, es sind Motörhead, Einzig die Produktionsqualität gefällt mir nicht so, aber da ich den Song nicht anders kenne, gibts entspannt die Höchstwertung, 10/10
11, Metal Church - Reset
Stabiler Heavy Metal, den die Amerikaner da produzieren. Wer mal ne Abwechslung zum britischen Heavy Metal sucht, dürfte mit der Truppe garantiert gut Freund werden. da ich im Heavy Metal aber nicht sooo drin bin, gebe ich mal 7/10
12, Helstar - Evil Reign
Klasse, mal wieder was aus den 80ern... Ja, da sind viele Klassiker entstanden, aber man merkt den meisten Songs eben auch dieses Alter an, zumindest von der Produktion her. Naja, der Fairness halber sei erwähnt, dass einige 90er Outputs (vor allem aus Skandinavien) noch grottiger produziert wurden. Der Song könnte live möglicherweise richtig ballern, deshalb gebe ich mal großzügige 8/10
13, Riot V - Hail to the Warriors
Habs nachgeschaut, die Kapelle gibts ja schon seit 1975! Holla die Waldfee. Nichtsdestotrotz ein sehr stabiler Song, auch dieser Truppe muss ich wohl oder übel mal etwas mehr Aufmerksamkeit schenken, hier gebe ich gerne die 8/10
14, Suicidal Angels - Bleeding Holocaust
Schönes Gerumpel, sowas kann man sich schonmal gönnen. Ich kann mit Thrash zwar immer noch nicht sooo viel anfangen, bin aber durchaus geneigt, dieser Kapelle auch mal etwas mehr Gehör zu schenken, 9/10
15, Bewitched - Hard as Steel (Hot as Hell)
Sehr eingängige Riffs, kann man mal machen. Aber alles in allem fehlt mir doch etwas Abwechslung, daher leider nur 6/10
16, Saxon - Lionheart
Dieser Truppe MUSS einfach mehr Erfolg zuteil werden. Mich persönlich haut diese Nummer jetzt zwar nicht gerade um, aber trotzdem werde ich hier eine hohe Punktzahl vergeben, weil diese Band schon seit langer Zeit im Geschäft ist und einen gewissen Kultfaktor hat. Hoffentlich seh ich die irgendwann mal noch live, 9/10
Alles in allem ein sehr stabiler Mix, wenngleich auch einiges nicht so ganz mein persönlicher Geschmack ist. Aber um mal über den Tellerrand zu blicken, dafür ist diese Konstellation durchaus geeignet. Es war kein kompletter Durchfall (höhö) drauf, daher würde ich eine Gesamtwertung von 8,5/10 vergeben. Da ich dieses Jahr wieder ausgelost habe, wer wen bewichtelt, wusste ich ja, von wem ich meine CD bekommen habe, dementsprechend lasse ich lieber die anderen raten, von wem der Silberling kam

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Wichtelmix 2025 – Review von Lukas
Starten wir diese Review mit meiner Verwunderung, als ich meinen Wichtelmix erhalten habe: das kleine Paket geöffnet lächelt mich Heino an, als wollte er sich für die Rolle des Jack Torrance in „Shining“ bewerben. Mit ihm startet auch die Setlist auf der Rückseite, danach folgt ein bunter Mix aus Thrash, Pirate, Core und Folk, einmal quer durch und von allem etwas – so fangen wir gleich an.
1) Heino – Schwarz blüht der Enzian (6 / 10)
Ich hab vieles erwartet – nach diesem Albumcover sogar sehr viel – aber was meine Ohren da hörten: ich dachte erst, der Wichtel hat die Setlist durcheinandergebracht, aber da singt er los: aus dem Schlager „blau blüht der Enzian“ wird ein Metalcover, was mir irgendwie einen Vibe à la Powerwolf vermittelt. Jedenfalls ein klasse Einstieg!
2) Blood for Blood – Ain`t Like You (8 / 10)
„White Trash Hardcore Rock `n` Roll“ – so beschreibt sich die Band selbst und ich liebe es: direkt eine Portion Punk, schön auf die Fresse ! Der Song ist sich sogleich gemerkt und wird ab sofort in der einen oder anderen Spotify-Playlist von mir zu finden sein.
3) Dismember – On Frozen Fields (8,5 / 10)
Von Hardcore Rock `n` Roll zu schwedischem Death Metal: wie passend, nachdem ich den Death Metal dieses Jahr für mich entdeckt hab und froh bin, was empfohlen und zu hören zu bekommen. Mit nicht mal 3min war dieser Song nicht der längste auf dieser CD, trotzdem will ich MEHR! Ich werde die nächste Zeit nutzen, um mehr in Dismember reinzuhören, ihr Sound taugt mir schon mal sehr.
4) Dark Fortress – When 1000 Crypts Awake (8 / 10)
Ich dachte, Landshut sei nur für den höchsten Backsteinturm der Welt bekannt – wir können wohl auch Black Metal: Dark Fortress aus meiner Heimatstadt, wie schee. Die Melo-Black Metal`ler überzeugen hier mit einem soliden Song, da kickt direkt meine Schwäche für Melo-Death und -Black.
5) Alestorm – Shipwrecked (7 / 10)
Ist halt einfach Alestorm, mehr muss ich da glaub ich nicht sagen XD. Gute Laune und Saufstimmung im Schlepptau, einfach ein toller Song.
6) Sodom – Masquerade in Blood (7 / 10)
Weg von guter Laune zu einer deutschen Thrash-Größe: solider Thrash Metal und seit langem schon Teil meiner Playlist neben Slayer und Kreator7) Ensiferum – One Man Army (7 / 10)
Noch mehr Melo-Death, wie geil ! Ich hab hier mit Ensiferum eine Band für mich entdeckt, welche meine Melo-Playlist wunderbar ergänzt. Alles in allem ein guter Song.
Hypocrisy – Pleasure of Molestation (6 / 10)
Manche haben für sich und ihre Hobbies kaum Zeit, Peter Tägtgren wohl jede Menge und präsentiert uns hier mit einer seiner insgesamt 6 Bands, dass er auch Death Metal drauf hat: meinen Geschmack trifft es nicht ganz, trotzdem ganz okay.
9) Eskimo Callboy – Ghost of The Night (7,5 / 10)
Hier verrät sich mein Wichtel etwas: die Band hatte einen Sängerwechsel in 2020 und eine Namensänderung zu Electric Callboy 2 Jahre später. Sprich – mein Wichtel ist wohl Fan der älteren Songs und der Band vor dem Imagewechsel unter Nico (dem neuen Sänger). So oder so haben die Jungs aus Castrop auch unter altem Namen schon paar Banger rausgehauen, da reiht sich auch „Ghost of The Night“ ein – echt solider Song.
10) Catamenia – The Fallen Angel Part 1 (6 / 10)
Wir sind zurück im Black Metal und bei der ersten Band dieser Zusammenstellung, von welcher ich davor noch nie gehört habe – bei den anderen kannte ich wenigstens den Namen und vielleicht auch den ein oder anderen bekannteren Song der Truppe, aber Catamenia war mir völlig neu. Man entdeckt aber immer was Neues und so ich auch diese Band für mich: zwar nicht ganz mein Stil, trotzdem das Hören wert.
11) Vomitory – Piece by Stinking Piece (3 / 10)
Bisher hatten wir nur Songs, die mir wenigstens ein bisschen getaugt haben: diese Strähne wird hier unterbrochen. Ich weiß nicht mal warum, aber ich werde mit Vomitorys Sound nicht wirklich warm: irgendwie trifft es nicht den Nerv, den andere Death Metal Bands sehr wohl und gut treffen. Habe mal extern dieser CD reingehört, aber auch die Top-Songs „Regorge in the Morgue“ und „All Heads are gonna roll“ schaffen es nicht, mich groß zu begeistern: schade drum, hätte gern eine weitere Death Metal Band für mich entdeckt.
12) Amon Amarth – War of the Gods (9 / 10)Zurück zu Bands, die mir sehr taugen und welche ich gern höre: die schwedischen Vikinger-Metal`ler mit „War of the Gods“ – ein Song, welcher seinen Platz bereits in meiner Favoriten-Liste bei Spotify gefunden hat und umso erfreulicher es war, diesen Song auf dieser CD zu finden.
13) Emperor – Thus Spake The Nightspirit (2 / 10)
Wieder im Black Metal angekommen muss ich mir eingestehen: sind es vielleicht nicht die Bands, sondern das allgemeine Genre, mit welchem ich einfach wenig anfangen kann? (Ausnahme ist Melo Black, der kriegt mich einfach immer) Leider schafft es auch das melodische letzte Drittel des Songs, meine Meinung noch zu ändern, deswegen nur eine 2 von 10 und damit wohl der schwächste Song auf dieser CD (bisher, mal schauen was noch kommt...)
14) Hypocrisy – Roswell 47 (7 / 10)
Wir sind zurück bei Hypocrisy, was es zur einzigen Band auf dieser CD macht, welche 2 Songs gewidmet kriegt: langsamer, dafür mit der Wucht einer Dampfwalze überrollt mich dieser Song – hat mir besser gefallen als Song #8.
15) Necrophobic – Mirror Black (5 / 10)
Necrophobic machen hier zwar einen stärkeren Eindruck als Emperor und Vomitory, trotzdem werde ich nicht ganz warm obgleich ich nicht ganz abgeneigt war von dem Song – bin sehr unentschlossen.
16) Korpiklaani – Vodka (7 / 10)
Genau den bräuchte ich, um diesen Wichtelmix jetzt runterzuspülen
Mit „Vodka“ haut die CD das letzte bisschen (Sauf-)Freude auf den Kopf und rundet den gesamten Mix damit wunderbar ab: ein absoluter Klassiker, der auch gern im Camp aufm Festival lief, während sich so mancher den Trichter einverleibt.Gesamtwertung und Verdacht (6,5)
Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 6,5 von 10 bin ich alles in allem sehr zufrieden mit diesem Wichtelmix: Paar Banger und sehr starke Songs, paar Schwächen und eine ganze Menge von Songs dazwischen drin. Ausgehend davon, dass zum einen das Albumcover als auch der erste Song auf dieser CD nach seiner Handschrift stinkt sowie zum anderen dass ich mit jener Person erst diesen Sommer sehr viel über Bandempfehlungen im Bereich Death und Black Metal geredet habe, lege ich meinen Verdacht damit auf Joe. -
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Wichtel-Review 2025
Hier kommt er also, mein Wichtel-Review 2025. Ich erhielt eine Zusammenstellung aus sechzehn Songs in netter Cover-Aufmachung; eine gelungene Anspielung auf „Die Urkatastrophe“, das letztjährige Album von Kanonenfieber. Selbiges ist auch mit gleich drei Beiträgen die am stärksten vertretene Scheibe auf dem Mix, wir haben es also zweifellos mit einem Fan der Bamberger zu tun. Da die Bands allesamt recht gängige Größen sind, waren für mich keine völlig Unbekannten dabei. Damit war mir auch bereits beim Blick auf die Tracklist klar, dass keiner der hier vertretenen Künstler so ganz in meine bevorzugte Stilistik fällt, und dieser Eindruck hat sich dann auch beim Hören des Mixes bestätigt. Ich bitte vor diesem Hintergrund um Verständnis für die generell nur mittelmäßigen Punktewertungen. Ich hatte mich mit dem Gedanken getragen, alle Beiträge pauschal um einen Punkt nach oben zu werten, also de facto einfach meine Erwartungshaltung zu verringern, doch schien mir das nicht ratsam, da ich, wie wir gleich sehen werden, einen Song mit der Mindestpunktzahl 1/10 bedenken musste, und dann die Abstände unplausibel groß geworden wären, wenn ich alle anderen Wertungen erhöht hätte. Nichtsdestoweniger habe ich mich bemüht, allen Liedern eine wohlwollende Beurteilung zukommen zu lassen, auch wenn sie mein musikalisches Nahrungsspektrum nur am Rande streifen. Fangen wir also munter an!
1. Kanonenfieber – Menschenmühle:
Passenderweise sind es direkt Kanonenfieber, die den Reigen beginnen. Die Band hat ja in den letzten Jahren einigen Wind erzeugt und ist mir daher bekannt, großes Interesse hatte ich ihr bisher allerdings nie entgegengebracht. Dabei lässt sich das hier durchaus gut anhören – und das, obwohl ich generell kein Fan von deutschsprachiger Musik bin! Ob es darüber hinaus Absicht seitens meines Wichtels war, den Weihnachts-Mix mit einem Song über den ersten Weltkrieg zu beginnen, in dessen erster Strophe die naive Hoffnung „Weihnachten sind wir zuhaus’“ anklingt, bin ich mir allerdings nicht sicher.
6,5/10 Punkte
2. Nita Strauss feat. Alissa White-Gluz – The Wolf You Feed:
Es folgt Nita Strauss, wohlbekannt von ihrem Wirken mit The Iron Maidens und für Alice Cooper, hier allerdings mit einer Nummer von ihrem zweiten Solo-Album. Vor zwei Jahren hat sie sich dazu eine ganze Reihe von Gastsängern ins Boot geholt, auf „The Wolf You Feed“ beispielsweise Alissa [so heißt die Dame nämlich korrekt] White-Gluz von Arch Enemy, die uns später in diesem Mix noch einmal begegnen wird. Die Nummer gehört definitiv zu Nitas härteren, allerdings komme ich nicht umhin, den Bruch zwischen den von Alissa gesungenen Strophen mit ihrem – coolen! – leicht angethrashten Riff einer- und dem durch Mrs. Strauss selbst intonierten, sehr radiofreundlichen und etwas belanglosen Refrain andererseits für eher misslungen zu befinden. Das Ganze hört sich weniger an wie ein Feature als wie zwei Songs zweier unabhängiger Künstler, die man durcheinander gemixt hat. Anhören kann man es sich aber dennoch.
5/10 Pkt.
3. Kataklysm – The Black Sheep:
Wieder in härtere Fahrwasser entführen uns die Kanadier von Kataklysm mit einer Nummer von 2015. Wiederum gefallen mir hier die Strophen besser als der Refrain. Letzterer ist etwas beliebig und für Death Metal eigentlich zu melodisch, während das Mainriff ein bisschen arg primitiv um die Ecke kommt. Wie gesagt, können dafür die Strophen überzeugen und Highlight der Nummer ist der sehr geschäftig riffende Part nach dem ersten Refrain. Insgesamt sehe ich eher eine positive als eine negative Tendenz.
5,5/10 Pkt.4. Slaughter To Prevail – Bonebreaker:
À propos primitiv: Damit schafft sich die Überleitung zu den Russen von Slaughter To Prevail eigentlich direkt von selbst. Man möge es mir nicht übel nehmen, aber mit meinem Musikverständnis hat dieses disharmonische Deathcore-Geballer nur marginale Berührungspunkte. Das bezieht sich zugegebenermaßen jetzt weniger auf die Band per se, sondern mehr auf das Genre als gesamtes, aber ich konnte noch nie nachvollziehen, weshalb die ganze Core-Ecke subkulturell so nah mit dem Metal verbunden ist, denn aus meinem Blickwinkel als Metaller finde ich hier weder in melodischer noch in rhythmischer Hinsicht irgendwelche Anknüpfungspunkte und bleibe am Ende ratlos zurück.
1/10 Pkt.
5. In Flames – The Great Deceiver:Nur bedingte Besserung bringt der nächstfolgende Track. Von den großen schwedischen Melo-Death-Truppen sind In Flames leider Gottes die uninteressanteste. Dieser Song von ihrem neuesten Album basiert auf einem sehr melodischen, eher Power Metal-lastigen Riff, das dem Refrain
zugrunde liegt. Der Rest des Tracks ist darum herum aufgebaut, bleibt aber ziemlich blass, bis auf einen psychedelischen Gitarren-Break in der Bridge, dessen Sinn sich mir allerdings nicht ganz erschließt. Nette Europe-Referenz allerdings in der zweiten Strophe.
4/10 Pkt.
6. Arch Enemy – Nemesis:
Wie es besser geht, zeigen in der Folge die Landsleute von Arch Enemy, die mit einer Nummer von „Doomsday Machine“ (2005) den bis hierhin ältesten Song des Mixes beisteuern. Leider hat auch diese Nummer einen dieser arg zuckrigen Refrains („One for all, all for one“), von denen mein
Wichtel offensichtlich ein Fan ist. Abgesehen davon aber rockt die Nummer ganz amtlich, feine Gitarrenarbeit liegt unter den Vocals von Angela Gossow, die in meinen Augen immer eine bessere Sängerin für Arch Enemy war als Alissa. Einer der stärksten Songs der Zusammenstellung!
7/10 Pkt.
7. Gojira – Stranded:
Es dauert allerdings nicht lange, bis das musikalische Pendel wieder umschlägt. Die Beliebtheit der Franzosen von Gojira, die sich ja nicht zuletzt in ihrem Auftritt bei der Olympiade im vergangenen Jahr zeigt, ist ein weiteres dieser Phänomene, die sich meinem Verständnis entziehen. Persönlich
könnte ich mir nicht vorstellen, wie es möglich wäre, Musik zu machen, die mich noch weniger berührt, als es diese Aquitanier regelmäßig tun. Ein monotones Mainriff mit einem hintergründigen Industrial-Einschlag wechselt sich ab mit einer Reihe anderer Parts, an denen es rein handwerklich nicht einmal etwas auszusetzen gibt, die aber über keinerlei interessante Eigenschaften verfügen. Nicht schnell noch langsam, dezidiert heavy oder emotional anrührend – ein großes Nichts.
2/10 Pkt.
8. Kanonenfieber – Waffenbrüder:
Die verhüllten Franken geben ihr Comeback auf dem Mix und erweisen sich einmal mehr als eine der gefälligeren Bands auf dem Silberling. Der stürmische Beginn von „Waffenbrüder“ verspricht sogar noch mehr Unterhaltung, ehe der Song dann im Refrain und umso mehr gegen Ende in ein etwas gezügelteres Register wechselt, mutmaßlich um den emotionalen Aspekt der im Text beschriebenen Handlung zu betonen. Dennoch eine nicht zu beanstandende Nummer.
6/10 Pkt.
9. Kataklysm – Guillotine:
Und auch Kataklysm dürfen ein zweites Mal ran, diesmal mit dem Opener von der „Meditations“-Scheibe von 2018. Diese Nummer ist deutlich zügiger unterwegs als ihr voriger Beitrag. Für die Verhältnisse von Melodic Death Metal geht hier ganz schön die Luzie ab, was von mir, der ja todesmetallisch stets eher traditionalistisch unterwegs ist, natürlich positiv bewertet wird. Innerhalb des Genres sicherlich eine überdurchschnittliche Leistung!
6,5/10 Pkt.
10. In Flames – I Am Above:
Ich war ja bei der ersten In Flames-Nummer dieses Mixes ein wenig erleichtert gewesen, dass zumindest keiner dieser Alternative-Songs im Player gelandet ist, die in der jüngeren Phase der Bandbiographie so typisch für die Göteborger geworden sind. Ein solcher wird nun allerdings in
Form von „I Am Above“ nachgeliefert. Hier hat man ein klassisches Beispiel dafür, wie diese Gruppe große Teile ihrer ursprünglichen Fanbase verspielt hat. Strophe und Bridge gehen sogar noch in Ordnung, doch mit Pre-Chorus und Refrain legt die Band mit Anlauf einen Bauchplatscher vom Fünfmeterbrett hin – schmerzhaft!
3/10 Pkt.
11. Slaughter To Prevail – Conflict:
Weil’s so schön war, kriegen auch Slaughter To Prevail einen zweiten Auftritt mit einem ganz aktuellen Song aus dem Sommer diesen Jahres. Besser als der vorige ist „Conflict“ allerdings leider auch nicht. Einen gewissen Unterhaltungswert haben die Lyrics, die ihre böse Gangsta-Botschaft sprachlich derart plump vermitteln, dass es – wohl unbeabsichtigt – stellenweise ans Parodistische grenzt (Kostprobe: „There is only you and me and fat fucking conflict“). Musikalisch ist das hier aber weiterhin kaum genießbar. Einen halben Punkt, weil die Band zwischendurch aus Versehen mal einen geraden Takt gespielt hat.
1,5/10 Pkt.
12. Arch Enemy – The Watcher:
Ein weiterer Song von Arch Enemy, diesmal eine aktuellere Nummer mit Alissa an den Vocals. Der Track illustriert sehr gut das Problem, das ich mit großen Teilen des Melo-Death-Genres habe. „The Watcher“ beginnt nach einem kurzen Intro-Riff mit einem sehr starken, nach vorne gehenden Strophen-Part, der sicherlich zu den stärksten Momenten der Zusammenstellung zählt. Auch im Pre-Chorus ist noch alles gut – ehe dann der Refrain einsetzt und man sich fragt, ob man noch denselben Song hört! Alle Aggressivität ist urplötzlich verschwunden und ersetzt durch eine
Melodie, die bei entsprechender Anpassung der Vocals ohneweiters auch von Helloween stammen könnte! Mir erklärt es sich nicht, weshalb man das gewonnene Momentum an so einer Stelle derart wegwirft, dass selbst das Wiedereinsetzen der Strophe im Anschluss schlicht unnatürlich wirkt. Auch die Bridge bewegt sich großteils in diesem seichten Fahrwasser, sodass am Ende von den starken Ansätzen nicht sonderlich viel übrig bleibt.
4,5/10 Pkt.
13. Lamb Of God – Dead Seeds:
Hier hat sich zwischen den Block aus wiederholten Bands, der die zweite Hälfte des Mixes ausmacht, nochmal eine Gruppe eingeschlichen, mit der wir bisher noch nicht die Ehre hatten. Die Groove Metaller von Lamb Of God tragen einen Song von ihrem „Wrath“-Album von 2009 bei. Das klingt hier alles sehr so, wie ich es mir von Lamb Of God erwartet habe, nur besteht das Problem darin, dass ich die Band generell nicht ausstehen kann. Groove Metal allgemein bleibt für mich meist die depravierte Version des Thrash Metal, nachdem ihm in den Neunzigern der „good friendly violent fun“-Faktor entzogen worden war und abgesehen von „violent“ nicht recht viel übrig blieb. Dazu kommt, dass die Stimme von Randy Blythe zwar dem Alben-Titel alle Ehre macht, auf mich aber einfach unkultiviert und platt klingt. Sowas kann ich schon bei Rob Dukes von Exodus nicht ausstehen und Randy liefert dasselbe noch einmal in einem völlig anderen Level an Intensität.
3/10 Pkt.14. Kataklysm – Thy Serpent’s Tongue:
Wir gehen auf die Zielgeraden der Tracklist und es beginnt die letzte Runde für diejenigen Bands, die mir mein Wichtel noch mit einem dritten Song zu Gehör bringen möchte. Kataklysm hat man auf dieser Zusammenstellung allerdings schon stärker gehört, „Thy Serpent’s Tongue“ schließt sich dahingehend an die vorige Lamb Of Gods-Nummer an, als auch diesen Track eine merkliche Groove-Ader durchzieht. Zum Ausgleich gibt es immer wieder auch flottere Parts, die das Gesamterlebnis etwas auflockern, und in der Tat passiert in den knapp vier Minuten dieses Songs eine ganze Menge. Nichtsdestoweniger habe ich das Gefühl, es hier mit dem schwächsten Beitrag der Kanadier zu tun zu haben.
4,5/10 Pkt.
15. Kanonenfieber – Panzerhenker:
Auch Kanonenfieber kriegen einen dritten Slot auf der Tracklist eingeräumt. Als eine Art Zwischenresumée lässt sich an dieser Stelle bereits festhalten, dass die Bamberger wohl die Band auf dem Mix sind, die am konstantesten eine solide Figur abgegeben haben. Das gilt, obwohl die drei mir dargebotenen Songs stilistisch doch erkennbar voneinander abweichen. „Panzerhenker“ verfügt über flotte Parts, wechselt aber auch gerne ins Midtempo und nimmt stellenweise gar eine kriechende Geschwindigkeit an. Dennoch bleibt das Ganze aus einem Guss und wenn das hier auch keine Musik ist, die ich privat häufig höre, so ist die Darbietung für zwischendurch doch durchaus gefällig.
6,5/10 Pkt.
16. In Flames – Only For The Weak:
Mit dem allerletzten Song der Zusammenstellung geht es nochmal zurück ins Jahr 2000 zu In Flames und ihrer „Clayman“-Scheibe. Tatsächlich ist die vorliegende Nummer wohl knapp die beste der Schweden auf diesem Mix, allerdings belegt sie auf der anderen Seite auch, wie wenig In Flames schon damals stellenweise mit Death Metal zu tun hatten. „Only For The Weak“ ist melodisch eigentlich ein Heavy Metal-Song, allerdings ohne die Zutaten, die man von einem wirklich überzeugenden Track jenes Genres erwarten würde. Flashy Gitarrenarbeit sucht man hier vergebens und Anders Fridéns schwächliche, in so einer Art Sprechgesang vorgetragene Vocals in der Strophe lassen schmerzlich an Ausdruckskraft vermissen. Als ruhiger, leicht melancholischer Ausklang der Zusammenstellung geht das in Ordnung, ein Highlight hat man hier jedoch nicht vor sich.
4,5/10 Pkt.
Fazit:
Es ist die Natur (und ja auch der Reiz) des Weihnachtswichtelns, dass man Musik zu hören bekommt, die etwas außerhalb des eigenen Blickfeldes liegt. Nun dürfte allgemein bekannt sein, dass mein Musikgeschmack durchaus nicht die Breite hat wie der vieler Anderer in der Gruppe, und so ist es nicht verwunderlich, dass ich gelegentlich genötigt bin, recht niedrige Punktzahlen zu vergeben. Nichtsdestoweniger hat mir mein Wichtel einige Songs präsentiert, die ich vielleicht nicht ständig, aber doch gelegentlich, bei passender Stimmung, wieder auflegen werde. Dazu gehören die drei Tracks von Kanonenfieber, der zweite Beitrag von Kataklysm und der erste von Arch Enemy. Völlig ungenießbar waren für mich lediglich Gojira und die zwei Einträge von Slaughter To Prevail. Das ist insgesamt eine positive Bilanz und sicher besser, als wenn mein Wichtel versucht hätte, nur meinen Musikgeschmack zu bedienen, wenn seine eigenen Vorlieben in einer anderen Richtung liegen. Denn hätte er versucht, mir zuliebe einen Thrash-Mix zu erstellen, dann wäre es ihm wohl kaum gelungen, mir Songs vorzuschlagen, die gut sind und die ich nicht bereits kenne. So aber ist es der Fall, dass von den fünf oben positiv erwähnten Songs in vier Fällen mir lediglich die Band, nicht aber das konkrete Lied bekannt war. (Die eine Ausnahme bildet „Nemesis“ von Arch Enemy.) In diesem Sinne habe ich also durchaus etwas Positives aus dem Mix mitnehmen können und bedanke mich für die Erweiterung meines Horizonts! -
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Weihnachtswichteln 2025 – Review von Lorenz
1. Saxon - Wheels of Steel
Der Mix beginnt mit etwas New Wave. Inhaltlich geht es um Geschwindigkeit, Stärke und Freiheit, klare Motive eher klassischeren Metals. Insgesamt ist es ein eher bodenständiger Song mit klarer Struktur und wenigen klanglichen Experimenten oder Höhepunkten.
6/10
2. Die Apokalyptischen Reiter - Es wird schlimmer
Im nächsten Lied wird es mehr heavy. Bedauerlicherweise ist das Lied in seiner inneren Struktur wenig abwechslungsreich, vor allem hinsichtlich des Textes, der sich häufig wiederholt und wenig variiert. Ein kleiner Lichtblick ist das kleine akustische Zwischenstück vor dem Ende. Insgesamt mehr ein Song für Zwischendurch, aber immer noch einigermaßen gut hörbar.
6/10
3. Dio - Rainbow in the Dark
Hingegen ein herausragendes Beispiel für melodischen Heavy Metal der 1980er Jahre ist dieser Song, denn er verbindet kraftvolle Gitarrenriffs mit einem eingängigen Keyboard-Motiv, das eine zentrale Idee verfolgt. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich das Lied ursprünglich als Version kennengelernt habe, welche als Coversong von der Band Killswitch Engage eingespielt wurde. Die ursprüngliche Version ist legendär und versprüht insgesamt einen sehr angenehmen Klang.
8,5/10
4. Metallica - Fuel
„Gimme fuel, gimme fire“ Ein weiterer Klassiker. Ein gutes Lied, dass man wirklich gut zwischendurch hören kann. Ein Grund, warum ich es nicht höher bewerte: es hat weniger Höhepunkte und Wiedererkennungswerte. Jedoch verfügt es technisch über mehr technische Raffinesse als das erste und zweite Stück.
7/10
5. Lordi - Devil is a Loser
Ich hatte mir Lordi tatsächlich einmal als Experiment beim Summer Breeze angehört. Es ist auch ein eher durchschnittliches Lied, was auch an dem Inhalt liegt, der mir nicht ganz so gefällt. Musikalisch ist das Lied relativ in Ordnung.
6/106. Falkenbach - When Gjallarhorn Will Sound
Als äußerst angenehmes Epos ist hingegen dieses Epos zu bezeichnen, als Teil der Edda. Das Lied bietet mir etwas kontrollierte Dissonanz und hebt sich dadurch hervor. Falkenbach habe ich tatsächlich früher öfter beim Zocken gehört als Hintergrundmusik für Skyrim. Der teils vor sich hinplätschernde Sound ist für dieses Format sehr passend und in sich stimmig.
9/10
7. Motörhead - Please Don't Touch (ft. Girlschool)
Viele würden meine Bewertung dieses Liedes als Majestätsbeleidigung bezeichnen. Insgesamt kann man es auch mal für Zwischendurch hören. Für eine höhere Bewertung müsste es für mich mehr Wiedererkennungsmerkmale, Höhepunkte und Varianz haben. Aber: natürlich ist es ein Lied, das ganz ok ist, nur halt eher im Durchschnitt zu verordnen.
6/10
8. Eluveitie - Calling The Rain
Mein absoluter Favorit dieses Mixes ist hingegen dieses Lied. Stücke dieser Band höre ich mittlerweile bereits seit über zehn Jahren. Herausragend ist der Einsatz von Flöte und Drehleier, was den keltisch angehauchten Melodic Death Metal zu einem hohen Wiedererkennungswert verhilft. Mein Wichtel hat mit diesem genau meinen Geschmack getroffen.
10/10
9. Rammstein - Stein um Stein
Einen etwas starken Kontrast zum vorangegangenen Lied bietet nun Rammstein. Es ist tatsächlich etwas länger her, dass ich es mir mal angehört habe. Bei allen Eigenschaften, welche der Band zugeschrieben werden, unterschätzt man häufig, wie interessant bestimmte Songs klingen können.
8/10
10. Dire Straits - Money for nothing
Nun bietet mir mein Wichtel nun etwas Classic Rock. Dire Straits verbinde ich aus Gründen mit der Periode Vietnamkrieg. Über solche Mixes habe ich die Band tatsächlich kennengelernt. Es entstammt der Periode der 80er, hört sich aber für diese Zeit etwas „Retro“ oder man möchte sogar sagen „Vintage“ an.
8/1011. Children of Bodom - Morrigan
R.I.P. Alexi Laiho. Als Musiker war er eines meiner größten Vorbilder. Tatsächlich empfinde ich dieses Lied als Lichtblick auf dem eher mittelmäßigen Ablum „I Worship Chaos“. Ja, ich gebe es ja zu, ich bin eher ein Fan ihrer älteren Werke, was mich in dieser Hinsicht ein wenig voreingenommen oder sogar befangen macht. Das Piano erzeugt den für das Lied typische Klang und damit einen gewissen Wiedererkennungswert. Solider Melodic Death Metal.
8,5/10
12. Fleshgod Apocalypse – Epilogue
Zum Abschluss bekomme ich nochmal Extreme Metal in Form von sehr technischem Death Metal vorgesetzt. Ein Zusammenspiel aus konzentrierter, zielgerichteter Brutalität, technischer Versiertheit, brachialem Gutturalgesang und grazilem femininen Operngesang. Ein würdiger Abschluss.
10/10Mein Wichtel hat mir eine Wundertüte oder man möchte mir sogar sagen ein Sammelsurium aus verschiedenen Stilen gemischt. Insgesamt eine solide Mischung.
Wer denn nun dahinter steckt?
Vermutung: Christian
Begründung: Ich kenne die musikalische Handschrift von Heinz und Simon. Außerdem ist zu wenig Joe enthalten. Ich war bereits auf einem Festival mit Lukas, weshalb ich ihn ebenfalls ausschließen kann.
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