Kotzer der Woche #4: Alice Cooper feat. Kesha - What Baby Wants

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    • Kotzer der Woche #4: Alice Cooper feat. Kesha - What Baby Wants

      Es ist wieder Sonntag und damit Zeit für unseren Kotzer der Woche, an dem wir euch heute einmal mehr eine zurecht beinahe vergessene Episode aus dem Œvre eines eigentlich ehrbaren Musikers vorstellen. Denn dass Alice Cooper, der bereits seit über fünfzig Jahren das Hard Rock-Feld beackert und dabei beinahe alle vorstellbaren Höhen und Tiefen durchlebt hat, einer der Besten seiner Zunft und eine lebende Legende ist, dürfte wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. Ebenso kann es wohl als Konsens angesehen werden, dass The Coop immer dann am besten ist, wenn er innovative, unerwartete und bisweilen skurrile Pfade beschreitet und die Erwartungen der Hörerschaft konsequent unterläuft. Insofern konnte das 2011 erschienene 26. Album des Herrn, "Welcome 2 My Nightmare", als echte Erlösung angesehen werden, fand der Shock Rock-Großmeister hier doch nach einer ganzen Reihe mehr oder weniger uninteressanter Longplayer zumindest stellenweise zu seinem alten Genie zurück.

      So finden sich auf der Fortsetzung zu seinem 1975 erschienenen ersten Solo-Album einige sehr feine Stücke, an anderer Stelle schießt Mr. Cooper allerdings leider meilenweit über das Ziel hinaus. Zu erwähnen wäre hier das grottige "Disco Bloodbath Boogie Fever", das aber zumindest durch seine zweite Hälfte noch ansatzweise gerettet werden kann. Und so wird man auf der Suche nach dem absoluten Tiefpunkt dieses Albums erst vier Plätze weiter hinten in der Track-Liste fündig, wo sich nämlich die Nummer "What Baby Wants" befindet. Schon vor dem Anspielen des Songs schwante dem geneigten Hörer Böses, wenn er erfuhr, dass es sich hier um ein Duett mit dem Pop-Sternchen Kesha handelt, welche zu allem Übel auch noch ins Songwriting mit eingebunden wurde. Und der Song hält leider genau das, was man sich bei dieser Ausgangslage erwarten konnte.

      Im besten Stil des zu dieser Zeit angesagten Elektro-Pops ackern sich der Herr und die Dame fernab jeglicher Schmerzgrenze durch knapp vier Minuten Plattitüden und Phrasen, wie man sie von einem so genialen Texter wie Alice Cooper weder vorher noch nachher wieder in derart miserabler Qualität zu Gehör bekommen würde. Peinlichkeiten, die die durchschnittliche Live-Bühnenansprache eines Joey DeMaio als Hochkultur erscheinen lassen, sind aber nur die logische Ergänzung zu der hier vorgelegten musikalischen Darbietung, die einen lahmen Pop-Song ohne jegliche Überraschungsmomente darstellt - von angemessenem Songwriting mal gar nicht zu reden. Vergeblich wartet der Hörer auf den großen Twist, die Auflösung, die die Ironie des hier Dargebotenen deutlich macht und einen Song wie das schon angesprochene "Disco Bloodbath Boogie Fever" noch in den Bereich des Erträglichen hieven konnte. Hier jedoch bleibt, wenn sich das Stück wieder abschaltet, nur Konsterniertheit, fassungsloses Kopfschütteln und die Erkenntnis, es hier sicherlich mit dem schlechtesten Machwerk zu tun zu haben, das dieser große Künstler je abgeliefert hat.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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