Traditional Thursday #91-100: Die Top10 unterbewerteten Manowar-Songs

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    • Traditional Thursday #91-100: Die Top10 unterbewerteten Manowar-Songs

      Geraume Zeit ist es jetzt schon her, dass wir an unserem Traditional Thursday zuletzt ein gediegenes Special hatten. Dementsprechend gibt es ab heute für die nächsten zehn Wochen mal wieder ein Neues und nachdem seinerzeit "Die TOP10 unterbewerteten AC/DC-Songs" ganz gut ankamen, machen wir uns doch den gleichen Spaß direkt mit den Kings Of Metal von Manowar! Warum ausgerechnet Manowar? Nun, zum Einen zählen sie bekanntlich zu meinen persönlichen Favoriten, die trotzdem bisher nur selten Einzug in die Songs des Tages gefunden haben (zwei Nennungen im Kotzer und zwei in den sonstigen Kategorien dürften aktuell zu Buche stehen, wenn ich nichts vergesse). Zum Anderen ist die True Metal-Institution, wie auch AC/DC, eine große Band mit einem breiten Backkatalog, in dem bei Weitem nicht jeder Song die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Insbesondere bei Manowar ist es dabei vor allem so, dass Viele die Machwerke ihrer Prime (in diesem Fall also der Achtziger, von denen sich daher auch recht wenig hier in der Liste finden wird, da die meisten Sachen von damals anerkannte Klassiker sind) abfeiern, das neuere Material aber undifferenziert abbügeln. Doch auch wenn ich selbst immer wieder sage, dass Manowar seit "Louder Than Hell" kein vernünftiges Album mehr auf die Kette bekommen haben, heißt das ja nicht, dass die Herren nicht auch in den letzten 25 Jahren den einen oder anderen geilen Song veröffentlicht hätten; so weit blicken aber die Meisten gar nicht erst und so ist dieses Special vielleicht auch eine Möglichkeit, die ein oder andere Perspektive etwas geradezurücken. Beginnen tun wir unsere Liste allerdings mit einer schon etwas älteren Nummer, nämlich...


      Platz 10: Spirit Horse Of The Cherokee

      Unser zehnter Platz kommt von der "The Triumph Of Steel"-Scheibe von 1992. Dieses Scheibchen ist den Meisten wohl wegen des großen Hits "Metal Warriors" sowie des leider etwas missratenen, überlangen "Achilles, Agony And Ecstacy In Eight Parts" sowie des coolen Album-Covers (zum Ausfalten!) ein Begriff. Einige mögen sich vielleicht noch an die Ballade "Master Of The Wind" erinnern, vor allem wegen der Entstehungsgeschichte, dass die Band den Song für einen todkranken Manowar-Fan geschrieben hat, aber damit ist der Großteil dann auch mit seinem Latein am Ende - bedauerlicherweise, denn auf "The Triumph..." sind es einige der weniger bekannten Songs, die neben dem angesprochenen "Metal Warriors" die Highlights darstellen. "The Power Of Thy Sword" habe ich in einer der früheren Ausgaben meines Thursdays schon genannt, weshalb die Nummer für diese Liste hier leider verbrannt ist, auch wenn sie vorzüglich hierher passen würde. In diesem Sinne gibt es also heute "The Spirit Horse Of The Cherokee". Joey DeMaio kann seinen Stammbaum ja selbst auf die amerikanischen Ureinwohner zurückführen, was wahrscheinlich der Anlass zu diesem Song gewesen sein dürfte. Der Track gibt erst ein kurzes Vorspiel, um dann mit einem satten, basslastigen Groove nachzufolgen, der sich mit einem kraftvollen Refrain abwechselt. Alles in Allem eine sehr coole Nummer, die zu Unrecht nie so wirklich ins Licht der Öffentlichkeit kam.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...
    • Platz 9: I Believe

      Auf dem neunten Platz unserer Liste der zu wenig beachteten Manowar-Songs findet sich "I Believe", erschienen 2002 auf der "The Dawn Of Battle"-EP. Dass dieses Stück eher unbekannt blieb, mag wohl damit zusammenhängen, dass es nie auf einem regulären Studio-Album erschien (abgesehen von einigen wenigen Pressungen von "Warriors Of The World", wo die Nummer als Bonus dabei ist), doch verdient hat der Track sein Nischendasein eigentlich durchaus nicht, zeigte er doch gerade in einer Phase, in der die Kings of Metal die Erwartungen der Hörerschaft mindestens genauso oft verfehlten wie sie ihnen gerecht wurden, eine Qualität, die weite Teile des ein halbes Jahr zuvor veröffentlichten Albums vermissen ließen. Zugegeben, beim Einstieg der Nummer mit Keyboards im Plastik-Soundgewand muss man schon das eine oder andere Auge zudrücken, um Joey nicht umgehend ein Schild mit der Aufschrift "Whimps and Posers leave the Hall!" um die Ohren zu hauen, doch fängt sich das Lied erfreulich schnell. In gewisser Weise ist der Song von da an dann gar nicht so anders als "Spirit Horse..." aus der letzten Woche, insofern, als auch hier Strophen und Refrain sich in ihrer Grundstimmung wieder deutlich voneinander unterscheiden. Die Art und Weise, wie dieser Unterschied sich darstellt, unterscheidet sich bei beiden Nummern allerdings doch deutlich. "I Believe" wartet mit sehr düsteren Strophen auf, in denen auch Eric Adams eine für ihn ungewöhnliche Gesangs-Perfomance darbietet; vor diesem Hintergrund dann hebt sich der getragene, epische Refrain noch besser ab und wird wirklich in seiner ganzen Strahlkraft präsentiert, was die Nummer eindeutig zu einem der besseren Manowar-Stücke der Nuller-Jahre macht.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...
    • Platz 8: King

      Weiter geht es in unserer Liste mit einem Song von dem Album, das man wohl als die letzte essentielle Manowar-Scheibe betiteln kann. "Louder Than Hell" hatte eine Reihe echter Hits an Bord, wie "Brothers Of Metal", "The Gods Made Heavy Metal" oder die Ballade "Courage", die wohl alle zu den Dauerbrennern der Band gezählt werden können. "King" dagegen ging im Vergleich zu den Genannten vielleicht ein Wenig unter, obwohl der Track ebenfalls eine absolut hochklassige Nummer darstellt. Prunkstück des Liedes ist hier eindeutig der melancholische, sich nach und nach steigernde Einstieg mit Klavier und einer tollen Gesangsleistung von Eric Adams - ganz ähnlich wie auf dem vorgenannten "Courage". Im Gegensatz zu jenem Track ändert "King" aber nach kurzer Zeit die Richtung (vielleicht der einzige Kritikpunkt an dem Stück, dass der Übergang zwischen Intro und Mainriff etwas glatter hätte ablaufen können) und entwickelt sich dann zu einem coolen, stampfenden Midtempo-Track mit Headbang-Potential und einem typischen Manowar-Refrain, der in der Bridge nochmal kurz ruhigere Töne anschlägt, bevor es dann ins Finale geht. Alles in allem also ein absoluter Anspieltipp für alle, die die "Louder Than Hell"-Scheibe vielleicht noch nicht zu Hause stehen haben, und für alle Anderen eine Erinnerung an einen in der Wahrnehmung etwas zu kurz gekommenen, aber dennoch hochklassigen Song.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...
    • Platz 7: Ride The Dragon

      Weiter geht es im Schweinsgalopp mit einer zweiten Nummer von "The Triumph Of Steel", namentlich dem Uptempo-Stück "Ride The Dragon". Manowars 1992er Album steht ja vor allem insofern ein Wenig aus der Band-Diskographie hervor, als es sich von allen Longplayern der Band am weitesten von dem entfernt, was man als ein "klassisches" Manowar-Line-Up bezeichnen könnte. Lediglich Joey DeMaio und Eric Adams waren hier zu hören und wurden unterstützt durch Rhino an den Drums und David Shankle als Gitarrist. Ersterer konnte sich mit seinem manisch schnellen und energetischen Stil unter den Manowar-Fans sehr schnell Freunde machen und wird bis heute unter den Manowarriors sehr geschätzt, obwohl er nach nur einem Album wieder seine Koffer packen musste. David dagegen ist wohl derjenige Manowar-Gitarrist, der immer etwas untergeht und dem gelegentlichen Hörer namentlich wahrscheinlich gar kein Begriff ist. Auf "The Triumph Of Steel" erhielt der Gitarrero für drei Stücke Co-Songwriting-Credits, wobei "Ride The Dragon" wohl seine qualitativ wertvollste Kontribution zur Band gewesen sein dürfte. Eine ziemlich aggressive Manowar-Nummer, die im Stil ein Wenig nach "Wheels Of Fire" kommt (wobei man die Qualität dieses Klassikers natürlich nicht erreicht), punktet "Ride The Dragon" mit messerscharfem Riffing, einem mächtigen Refrain, starker gesanglicher Performance von Eric und nicht zuletzt natürlich auch dem Hurricane-artigen Drumming von Rhino. Alles in allem eine unterbewertete Nummer, die man insbesondere auch live eigentlich sehr gerne mal zu Gehör bekommen würde.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...
    • Platz 6: Guyana (Cult Of The Damned)

      Auf Rang sechs unserer Liste wird es düster, tragisch und episch - klingt nach einem perfekten Manowar-Song? Ist auch eine verdammt starke Nummer! "Guyana (Cult Of The Damned)" erschien 1984 auf der "Sign Of The Hammer"-Scheibe, deren Abschluss der Song bildete. Die Platte zählt ohne Zweifel zu den großen Manowar-Klassikern, doch im Gegensatz zu anderen darauf enthaltenen Krachern wie dem Titelsong oder "Thor (The Powerhead)" erhielt der Album-Closer nur selten die ganz große Aufmerksamkeit; selbst als die Band für die vorgebliche Abschiedstour mal wieder ein paar ältere Nummern abstaubte, entschied man sich unter den zwei längeren Songs auf "Sign Of The Hammer" für "Mountains" - sicher ebenfalls kein schlechtes Stück, aber doch eher unverständlich, wie man diese Nummer "Guyana ..." vorziehen konnte. Letzterer Track ist einer jener Fälle, in denen die Musik das textliche Thema perfekt auffängt und abbildet; der "Cult Of The Damned", auf den sich der Liedtitel bezieht, ist der Peoples Temple unter Jim Jones, eine Sekte, die 1978 kollektiv Suizid begangen hatte (das gleiche Thema griffen Jahre später Accept in ihrem Song "Koolaid" auf, der sich freilich musikalisch deutlich unspektakulärer gestaltete). Schon der instrumentale Beginn von "Guyana ..." sorgt für absolutes Gänsehaut-Feeling, das sich auch im Verlauf des Songs nicht abbaut, im Gegenteil noch weiter steigert und spätestens, wenn die Instrumente kurz aussetzen und Eric "Guyana!" ruft, weiß man, dass diese Nummer eigentlich weit bekannter sein müsste, als sie es ist.

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    • Platz 5: Born In A Grave

      Manowars 2012er Album "The Lord Of Steel" schien seinerzeit nach einigen mehr oder minder vermurksten Outputs einen langsamen "Return to Form" der Kings of Metal zu signalisieren (bevor diese sich denselben durch die überflüssige Neuauflage von "Kings Of Metal" und die mittelmäßige "The Final Battle"-EP selbst wieder zerschossen) und wartete im Gegensatz zu seinen Vorgängern wieder mit einigen Nummern auf, die das Potential hatten, es im Backkatalog der Band zu etwas zu bringen. Leider wurde das Album von Fans wie Medien vielfach mit vernichtenden Kritiken bedacht, die musikalisch nicht immer ganz fundiert waren und sich wohl zumindest teilweise aus der fragwürdigen Veröffentlichungspolitik Manowars bezüglich des Albums speisten. Joey und seine Mannen brachten nämlich im Sommer 2012 die Scheibe zunächst in einer Limited Edition auf den Markt und warfen erst vier Monate später die - mit abgewandelten Versionen aller Songs aufwartende - normale Verkaufsversion hinterher, offensichtlich in dem Bestreben, den geneigten Fan für die gleichen Songs doppelt zur Kasse zu bitten. Das kam von einer Gruppe, die zu dieser Zeit ohnehin mit Image-Problemen zu kämpfen hatte, nicht gut an und tatsächlich ist auch dieses Hickhack um die verschiedenen Versionen des Albums der Grund, warum ihr unter diesem Post kein Video angeheftet findet. "Born In A Grave" ist (in der Standard-Version des Albums) eine sehr interessante, atmosphärische und höchst melodische kleine Nummer mit dem für Manowar ungewöhnlichen Thema Vampirismus. Die Version der Special Edition, die leider als einzige auf YouTube oder überhaupt im Netz frei verfügbar ist, dagegen fügt eine ganze Reihe von Gitarren-Parts ein, die an sich nicht einmal schlecht klingen, aber doch das Feeling, das für diesen Song so wichtig ist, immer wieder stören. Da also die Standard-Version des Liedes nicht verlinkt werden kann und die bessere Demo-Version, welche die Special Edition darstellt, nicht dem gerecht wird, was ich eigentlich vorstellen möchte, habe ich mich entschieden, hier auf einen Link gänzlich zu verzichten. Wer die Nummer zu Hause hat, möge sie gerne auflegen, und wen der Track interessiert, der möge sich gerne persönlich an mich wenden, um die Problematik zu beheben. Alle Anderen müssen mit meinem Ehrenwort Vorlieb nehmen, dass es sich hierbei um einen sehr guten, ungewöhnlichen Manowar-Track handelt, dem ein Platz in dieser Liste gebührt.
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      The doctor is in...
    • Platz 4: Shell Shock

      Weiter geht es mit einem Song ganz tief aus den Archiven der Kings of Metal, namentlich "Shell Shock" vom Debüt-Album "Battle Hymns". Die ganze Scheibe zeigt noch eine etwas andere, aber keineswegs schlechtere Version von Manowar, als man sie später kennen lernte, wobei der Quasi-Titelsong "Battle Hymn" noch am ehesten den majestätischen Klängen nahe kam, die Joey und seine Gefolgschaft seither produzierten. "Shell Shock" ist dagegen eine ganz andere Nummer. Hier ist erdiger, riffbetonter Heavy Metal zu hören, bei dem ein gewisser Einschlag der NWoBHM kaum zu leugnen ist. Auch textlich schlägt man hier eine deutlich andere Richtung ein als später bekannt. Anstelle von Lobliedern auf Helden und große Kämpfe geben sich Manowar hier richtiggehend sozialkritisch und beleuchten das Schicksal von aus dem Krieg heimgekehrten Soldaten in Amerika. Insgesamt ist das ganze Album ein so interessantes wie hörenswertes Zeitdokument einer noch sehr jungen Band und "Shell Shock" stellt darauf (abgesehen vom hinlänglich bekannten Album-Closer) eine der stärksten Nummern dar, die leider in die Öffentlichkeit immer etwas zu wenig Anerkennung erhielt, ganz anders als Stücke wie "Manowar" oder "Dark Avenger", die ich freilich in qualitativer Hinsicht immer unter unserem heutigen Song des Tages einordnen würde.

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    • Platz 3: Righteous Glory

      Während wir uns der Spitze unserer Liste nähern, begeben wir uns einmal mehr in die jüngere Vergangenheit von Manowar und werfen einen Blick auf "Righteous Glory" vom "The Lord Of Steel"-Album. Manowar haben in ihrer Karriere viele starke Balladen veröffentlicht; Songs wie "The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)" oder "Heart Of Steel" von der "Kings Of Metal"-Scheibe würden alleine schon ausreichen, einer Band einen Platz in den Annalen des epischen Metal zu verschaffen. Und wenn auch die Versuche der Kings of Metal, irgendwie etwas Episches zu schaffen, in jüngerer Zeit nicht mehr ausnahmslos von Erfolg gekrönt waren, so hat sich doch Joeys Händchen für tolle Balladen definitiv erhalten, wie die hier vorgestellte Nummer beweist. Dabei profitiert der Haupt-Songwriter natürlich auch davon, mit Eric Adams einen - wie in dieser Reihe bereits mehrfach erwähnt - phantastischen Sänger in seinem Gefolge zu haben, der auch im gehobenen Alter einen solchen Song mit derartiger Dynamik, Ausdruckskraft und Einfühlsamkeit intoniert, dass sämtliche, sich ja ebenfalls oft im epischen Sektor versuchenden, Power Metal-Sänger der jüngeren Generation vor Neid erblassen müssen. Dem ruhigen, getragenen "Righteous Glory" schadet auch der etwas gewöhnungsbedürftige Bass-Sound weniger als manch anderem Song auf "The Lord Of Steel" und stört nicht dabei, das großartige Songwriting und die tadellose Umsetzung zu genießen. Ein weiterer starker Song der letzten regulären Manowar-Scheibe, der im dieser Tage so angesagten Bashing der Band wohl etwas untergegangen ist.

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    • Platz 2: The Power

      Wir nähern uns stetig der Spitze unserer Reihe der unterbewerteten Manowar-Songs und haben ganz nebenbei heute auch noch ein Jubiläum zu begehen. Vor exakt 25 Jahren nämlich erschien das letzte Werk, das wohl als "klassisches" Manowar-Album durchgehen kann; die Rede ist selbstverständlich von "Louder Than Hell", jenem Longplayer, der mit einem zurückgekehrten Scott Columbus an den Drums und einem konziseren Songwriting als auf dem Vorgänger "The Triumph Of Steel" die Kings of Metal noch einmal auf dem Höhepunkt ihrer künstlerischen Schaffenskraft zeigte. Und genau diesem Album widmet sich an seinem "Geburtstag" heute auch unsere Liste. Zufall? - Wer weiß das schon so genau? In jedem Fall ist der Album-Closer "The Power" ein Song, dem sein Titel mehr als gebührt. Insbesondere, wenn man sich das Album in seiner Gänze anhört (was an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen sei) und sich gerade die zwei hintereinander gereihten, in Summe über zehn Minuten langen Instrumental-Stücke der Platte, die bei aller technischen Finesse mit fortschreitender Dauer doch etwas ermüdend wirken können, zu Gemüte geführt hat, dann kommt "The Power" als Abrissbirne, welche dem Hörer noch einmal ordentlich den Staub aus den Hörgängen kärchert, mit umso größerem Effekt. Mit geilen Riffs, Highspeed-Drumming und einem angemessen angepissten Eric Adams geht es hier zum Abschluss der besagten Scheibe noch einmal voll zur Sache, wie es Manowar seither leider kaum mehr hinbekommen haben. Eine großartige Nummer, die eigentlich fester Bestandteil eines jeden Live-Sets der Band sein müsste.

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    • Platz 1: Bridge Of Death

      Am Montag war es schon für Miche so weit, nun darf endlich auch ich meinen einhundertsten Song des Tages (plus Kotzer) präsentieren; und wie es der Zufall will, fällt dieses Jubiläum zusammen mit der Vorstellung unserer Nummer eins - des unterbewertetsten Manowar-Songs aller Zeiten. Die Stücke der letzten Wochen haben die Messlatte natürlich schon auf ein beträchtliches Niveau geschraubt, doch die heute vorgestellte Nummer stellt ein wahres Meisterwerk der Kings of Metal dar. "Bridge Of Death" ist der Closer der "Hail To England"-Scheibe, einem von gleich zwei absoluten Klassikern, die Manowar im Jahr 1984 auf die Menschheit losließen. Und wenn in der Gesamtschau "Sign Of The Hammer" "Hail..." knapp in die Tasche steckt, so fällt es doch schwer, zu behaupten, dass irgendein Einzelsong von jener Scheibe es qualitativ mit "Bridge Of Death" aufnehmen könnte. Die mit knapp neun Minuten Spielzeit recht ausgreifende Co-Komposition von Joey DeMaio und Ross the Boss ist Manowars Verneigung vor dem Black Metal (also, dem Black Metal nach der gängigen Definition der Achtziger-Jahre) und während man jetzt natürlich lamentieren kann, dass ein Satanisten-Image ja damals allgemein schwer in Mode war und es nicht eben für große Innovation vonseiten der Band sprach, auf diesen Zug nun einfach aufzuspringen, so ist doch die Art und Weise, wie sich Manowar auf diesem für sie ungewohnten Terrain bewegen, eine solche, wie sie selbst eingefleischte Black Metal-Truppen wie Mercyful Fate oder Celtic Frost nur in ihren allerbesten Momenten hinbekamen, und damit über jeden Zweifel erhaben. Zunächst schmeichelnd, dann immer düsterer, zuletzt tiefschwarz und tonnenschwer entfaltet sich dieses Epos, dem Eric Adams als stimmgewaltiger Prediger des Untergangs die Krone aufsetzt. Dass ein Album wie "Hail To England", das Hämmer wie "Each Dawn I Die" oder "Blood Of My Enemies" an Hymnen wie den Titeltrack oder "Army Of The Immortals" reiht, einen Song aufweisen könnte, der die genannten vier noch deutlich in den Schatten stellt, scheint eigentlich fast unvorstellbar, bis man "Bridge Of Death" tatsächlich zu Ohren bekommt. Man kann an dieser Stelle nur von einem absoluten Über-Song sprechen und es ist eine echte Schande, dass der Track, abgesehen von einer symbolträchtig am 6.6.1986 inszenierten Aufführung, in den Live-Setlisten der Band konsequent keinen Platz findet.

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